

Hier laufen die Täter
Die Hamburger Polizei hat ein Video veröffentlicht, das die mutmaßlichen Täter eines schwulenfeindlichen Überfalls am Hansaplatz zeigt. Ein 27-jähriger Amerikaner war dabei von vier unbekannten Jugendlichen brutal zusammengeschlagen worden.
Der Gaststudent war in der Nacht zum 26. September gegen 1.40 Uhr mit einem Bekannten auf dem Weg vom Hansaplatz Richtung Lange Reihe. An der Ecke Zimmerpforte/Kirchenweg waren die beiden von den Tätern angepöbelt worden, reagierten aber nicht. Daraufhin wurde der gehbehinderte 27-jährige von hinten zu Boden geworfen und anschließend gegen den Kopf getreten und beraubt.
Auf dem nun veröffentlichten Video sind die Täter zu sehen: Sie sind 15 bis 17 Jahre alt, Südländer, 160-170 cm groß und haben dunkle, kurze Haare. Einer der Täter fiel durch seinen markanten Haarschnitt auf; er hatte die Haare an beiden Seiten des Kopfes ausrasiert.
Wer sachdienliche Hinweise geben kann, soll sich bitte an den Kriminaldauerdienst wenden: Telefon 4286-567 89.
„Die Polizei kann nur handeln, wenn sie auch Hinweise bekommt“, appelliert Eckhard Carrie, einer von vier Ansprechpartnern der Hamburger Polizei für Schwule und Lesben, an die Betroffenen. Die Dunkelziffer bei antischwuler Gewalt ist auch deshalb hoch, weil die Täter meist davon ausgehen, dass die Opfer sich nicht wehren und auch keine Anzeige erstatten. Die Polizei schätzt, dass bis zu 90 Prozent der Straftaten nicht bei ihr angezeigt werden.
Seit 1996 verfügt die Polizei Hamburg über nebenamtliche „Ansprechpartner für Gewalt gegen Schwule und Lesben“. Diese Beamtinnen und Beamten aus den Bereichen Schutz- und Kriminalpolizei sind nach eigenen Angaben aufgrund einer langen Berufspraxis und einer intensiven Beschäftigung mit diesem Thema in der Lage, auf geschilderte Sachverhalte entsprechend zu reagieren. Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.
„Es gibt zahlreiche Übergriffe auf Schwule, die nicht angezeigt werden“, klagt indes Wolfgang Preußner vom Hamburger LSVD und schiebt den Beamten den Schwarzen Peter zu: Viele Opfer hätten die Erfahrung gemacht, dass Polizisten nicht sensibilisiert seien, sie nicht ernst nähmen oder sich gar lustig machten, so Preußner.
























